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Stefan Schulte
Chief Executive Officer (Chairman of the Executive Board), Fraport AG

Dr. Stefan Schulte Part 1 - Oktober 2010 - Perspektif.de

🎥 Oct 01, 2010 📺 Perspektif ⏱ 26m
Dr. Stefan Schulte - Oktober 2010 - www.Perspektif.de.
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About Stefan Schulte

In February 2013, Stefan Schulte, as Chairman of the Executive Board of Fraport AG, participated in the opening ceremony of the company's new corporate headquarters. The building, which took two years to plan and construct, was inaugurated alongside board member Anke Giesen, works council chair Claudia Amier, and supervisory board member Karlheinz Weimar. Schulte described the new facility as featuring open-plan standards and team workspaces, stating that the design would enable faster and better knowledge transfer among employees and shorten distances between administrative units, leading to time savings. He also noted that the modern ambiance was intended to help employees feel at home. Schulte highlighted the building's sustainability features, including a photovoltaic system on the south facade to power electric vehicles in the garage. He explained that the roof uses a foil membrane instead of glass, with adjustable layers of dotted foil to control sunlight entry, comparing the system to a variable blind. The German Sustainable Building Council awarded the project a Gold certificate for its energy efficiency standards.

Source: AI-verified profile updated from Stefan Schulte's recent appearances. Browse all interviews →

Transcript (33 segments)
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Hasan Acker0:05
Perspektiv wird präsentiert von Metro Gruppe. Liebe Zuschauer, ich begrüße Sie zur fünfzigsten Ausgabe von Perspektiv, dem Magazin zum Thema Integration. Heute sind wir am Frankfurter Flughafen bei unserem Gastgeber. Dr. Stefan Schulte ist seit September 2009 Vorstandsvorsitzender der Fraport AG. Seit 2003 arbeitet Dr. Schulte bei Fraport. Sein Ziel ist es, die neue Landebahn Nordwest im Winterflugplan 2011 in Betrieb zu nehmen. Mit Herrn Schulte werden wir uns heute über die Zukunft der Fraport AG und zum Thema Integration unterhalten. Wir sind gespannt. Zunächst jedoch wie gewohnt unser Bericht zur Sendung.
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Narrator1:12
Auch wenn Fliegen heute zum Alltag gehört, hat es nichts von seiner Faszination verloren. Die Selbstverständlichkeit für Passagiere, dass alles reibungslos funktioniert, erfordert ein hohes Maß an Kompetenz und Organisation. Mehrere Jahrzehnte Erfahrung sind der Grundstein für die Fraport AG, die zu den führenden Unternehmen im Airport-Business gehört. Frankfurt ist eines der bedeutendsten Luftverkehrsdrehkreuze der Welt. Mit über 70.000 Beschäftigten, davon 19.000 bei der Fraport AG, ist der Frankfurter Flughafen die größte Arbeitsstätte Deutschlands. Menschen aus über 78 Nationen arbeiten hier, wo Integration kein Thema ist. Die Fraport ist international an Flughäfen in Europa, dem Mittleren Osten, Asien, Afrika und Lateinamerika beteiligt. Vorstandsvorsitzender Stefan Schulte sagte in der FAZ: 'Wir werden jährlich bis zu sieben Prozent wachsen.' Der Flughafen hat eine Fläche von 21 Quadratkilometern, mit über 500 Firmen. 2009 wurden 51 Millionen Passagiere und 1,8 Millionen Tonnen Fracht gezählt. Die Kapazität soll mittelfristig auf 3,2 Millionen Tonnen steigen. Der Ausbau sichert die Position unter den Top Ten weltweit. Technische Besonderheiten sind die 73 km lange Gepäckförderanlage und aktiver Umweltschutz. Stefan Schulte bezeichnet Istanbul als schönste Stadt Europas und macht gerne Urlaub in Antalya. Er sagt: 'Wir sind stolz, den Flughafen Antalya seit vielen Jahren zu betreiben und möchten mehr in der Türkei machen.' Mit ihm wird sich Hasan Acker über den Flughafen, das Unternehmen und Integration unterhalten.
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Hasan Acker5:31
Und ich darf Sie ganz herzlich zu meiner Sendung Perspektiv begrüßen. Herr Schulte, Sie sind seit dem ersten September 2009 neuer Vorstandsvorsitzender der Fraport AG. Ihr Vorgänger Dr. Bender hat das Unternehmen in 17 Jahren zukunftsorientiert positioniert. Was wird unter Ihrer Führung anders? Welche Schwerpunkte haben Sie gesetzt?
S
Stefan Schulte6:01
Das Unternehmen ist sehr gut aufgestellt. Wir haben eine klare Agenda 2015. Das entscheidende ist der Ausbau, die Schaffung zusätzlicher Kapazitäten mit der neuen Landebahn. Als Flughafenbetreiber müssen wir nicht nur die Landebahn bauen, sondern auch zusätzliche Terminal-Kapazitäten. Dann setzen wir einen Akzent für mehr Kundenzufriedenheit, damit sich unsere Gäste wohler fühlen. Dazu haben wir die Service-Initiative 'Great to have you here' gestartet.
H
Hasan Acker6:44
Der Flughafenausbau wird entschlossen vorangetrieben. Die neue Landebahn soll zum Winterflugplan 2011 fertig werden, das neue Terminal für 2015. Sind weitere Ausbauprojekte in Planung?
S
Stefan Schulte7:06
Nein, wir konzentrieren uns voll auf diese Projekte. Die Baustelle der Landebahn läuft gut, wir sind im Zeitplan. Die Landebahn ist betoniert, die Abrollwege fertig, die Brücken über die A3 gebaut. Nächstes Jahr nehmen wir sie in Betrieb. Es gibt große Nachfrage von Airlines aus Europa und Interkontinental. Wir brauchen dringend die Landebahn. Dazu kommen Abstellpositionen und Terminal-Kapazitäten wie der Flugsteig A-Plus für sechs Millionen zusätzliche Passagiere und das Terminal 3 im Süden, das 2016/17 erwartet wird. Das sind große Aufgaben, die wir termingerecht umsetzen.
H
Hasan Acker8:44
Sie haben gesagt, dass Sie sich stärker in der Kundenorientierung engagieren möchten.
S
Stefan Schulte8:47
Was bedeutet das? Wir investieren Milliarden in die Infrastruktur und Modernisierung. Wir legen einen Fokus auf freundliche Begrüßung und mehr Service mit dem Programm 'Great to have you here'. Wichtig sind kürzere Wege und bessere Beschilderung. Konkrete Projekte sind ein PTS-Bahnhof am Flugsteig C, E-Wagen-Verkehre, ein neues Beschilderungssystem, Kinderspielflächen und Terminals für direkte Anregungen. Viele Punkte stehen auf der Agenda.
H
Hasan Acker10:17
Herr Schulte, wir haben noch die Wirtschaftskrise. Wie stark ist Fraport betroffen? Wo müssen Sie sparen?
S
Stefan Schulte10:20
Wir waren letztes Jahr deutlich betroffen, sehen aber seit Jahresanfang starke Zuwächse. Im Frachtbereich haben wir 30% Zuwachs pro Monat gehabt, jetzt 15-20%, dank der deutschen Exportkonjunktur. Wir liegen wieder auf Vorkrisenniveau. Im Passagierbereich war der Anfang schwierig mit Wintereinbruch, Pilotenstreik und Vulkanasche, aber unsere Mitarbeiter haben hervorragende Arbeit geleistet. Jetzt haben wir wieder gute Zuwachsraten. Wir investieren eine Milliarde Euro pro Jahr, das schafft Arbeitsplätze und ist positiv.
H
Hasan Acker11:53
Wer trägt aus Ihrer Sicht die Schuld an der Krise? Ist es eine Systemkrise?
S
Stefan Schulte12:01
Wir springen zu kurz, wenn wir nur einen Schuldigen suchen. Es gibt viele Faktoren: Kreditvergabe in den USA, Immobilienbewertung, fehlende Regulierung. Es wurden Maßnahmen ergriffen wie Basel 3, und die Politik hat weltweit stabilisiert. Wir sind auf einem guten Weg, auch wenn nicht alle Auswirkungen voll im Griff sind.
H
Hasan Acker12:49
Was ist der Beitrag von Fraport dazu?
S
Stefan Schulte12:56
Aus der Mediation von 2000/2001 haben wir uns mit dem Land Hessen verpflichtet, aktiv Schallschutzmaßnahmen zu ergreifen. Nach zwei Jahren Arbeit haben wir ein Paket vorgelegt: neue An- und Abflugverfahren, die weniger Bürger belasten und Lärmpausen schaffen. Es ist ein erster Schritt, weitere müssen folgen.
H
Hasan Acker14:17
Was war der schwierigste Punkt der Verhandlungen?
S
Stefan Schulte14:20
Technisch ist es sehr komplex, solche Maßnahmen zu entwickeln und Genehmigungen zu bekommen, unter Berücksichtigung internationaler Regelwerke. Sicherheit bleibt oberste Priorität. Unser Ziel ist es, weniger dicht besiedeltes Gebiet zu überfliegen. Zum Beispiel können wir in verkehrsarmen Zeiten Mainz und Offenbach umfliegen. Die öffentliche Diskussion ist schwierig, wo nachts geflogen wird. Wir werden Ende des Jahres mit dem Probebetrieb beginnen.
H
Hasan Acker15:48
Wie geht es damit weiter?
S
Stefan Schulte15:49
Die Mediation sah ein Nachtflugverbot vor, aber die Luftverkehrsgesellschaften brauchen Ausnahmen. Der Planfeststellungsbeschluss reduziert die Nachtflüge von 40-50 auf 17 zwischen 23 und 5 Uhr. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig wird entscheiden, ob interkontinentale Fracht nachts fliegen muss. Beide Seiten müssen ernst genommen werden, wir warten das Urteil ab.
H
Hasan Acker17:24
Was ist Ihre Botschaft an die Anwohner in Obertshausen, Rüsselsheim und Heusenstamm, die stärker von Lärm betroffen sein werden?
S
Stefan Schulte17:33
Man muss Betroffenheiten ernst nehmen. Wer in einer Einflugschneise lebt, trägt eine Last. Nachts wird es auf jeden Fall leiser: maximal 17 Flugbewegungen, also etwa acht An- und Abflüge. Aber das ist Spekulation; wir warten das Urteil aus Leipzig ab.
H
Hasan Acker18:17
Es soll einen gekrümmten Landeanflug geben. Wie soll man sich das vorstellen?
S
Stefan Schulte18:30
Wir fliegen in einem Winkel auf einen Punkt fünf nautische Meilen vor dem Flughafen und dann geradeaus. Das ist regelkonform und kann Vorbild sein. Letzte Woche haben wir die internationale Fluglärmkommission hier gehabt, und das Paket stieß auf großes Interesse. Wir sind Vorreiter.
H
Hasan Acker19:36
Total E-Quality Prädikat für Chancengleichheit. Sollen Kandidaten mit Migrationshintergrund die Aufstiegsmöglichkeiten bei Fraport beschreiben?
S
Stefan Schulte19:43
Es gibt keine Einschränkungen. Wir beschäftigen uns seit Jahren mit Chancengleichheit, unabhängig von Nationalität oder Geschlecht. Jeder hat die gleichen Chancen. Der Anteil weiblicher Beschäftigter liegt bei 18%, auch in Führungspositionen. Das ist gut.
H
Hasan Acker21:10
Wissen Sie, wie hoch der Anteil mit türkischem Migrationshintergrund ist?
S
Stefan Schulte21:14
Seit Jahren liegt er bei etwa 10%. Früher stärker gewachsen, jetzt stabil. Am Flughafen arbeiten über 78 Nationen zusammen, das funktioniert hervorragend. Bei Ausbildungsplätzen haben wir 340 in staatlich anerkannten Berufen, viele weitere im luftverkehrsspezifischen Bereich. Türken bewerben sich stark auf technische Ausbildungsplätze.
H
Hasan Acker22:28
Integration wird bei Fraport tagtäglich gelebt. Welche Rolle spielt Fraport bei der Integration?
S
Stefan Schulte22:47
Der Luftverkehr fördert internationale Völkerfreundschaft. Durch Reisen lernt man andere Kulturen kennen, das schafft Frieden und Respekt. Der Luftverkehr spielt eine unterschätzte Rolle, indem er große Distanzen planbar macht.
H
Hasan Acker23:36
Fraport ist an vielen ausländischen Flughäfen beteiligt. Welchen Stellenwert hat Ethno-Marketing in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern?
S
Stefan Schulte23:50
Wir sind an zwölf Flughäfen international beteiligt, an über 50 Standorten aktiv. Das internationale Geschäft macht 20% des Umsatzes und 30% des Ergebnisses aus. Ein wichtiger Partner ist Antalya in der Türkei, ein Flughafen mit über 20 Millionen Passagieren. Wir sind stolz, ihn zu betreiben. Persönlich liebe ich Antalya und mache dort Urlaub.
H
Hasan Acker25:10
Welche Vorteile hat eine multikulturelle Gesellschaft für Unternehmen und die Gesellschaft?
S
Stefan Schulte25:17
Eine multikulturelle Gesellschaft ist offener, attraktiver und toleranter. Sie bringt mehr Aspekte in Diskussionen und Entwicklungen ein. Das ist die Stärke der Region Rhein-Main und Frankfurts. Wir müssen offen bleiben und Verständnis für Integration fördern, während wir auch die Rechtsordnung respektieren. Eine offene Gesellschaft ist ein großer Gewinn.
H
Hasan Acker26:18
Herr Schulte, nun machen wir eine kurze Werbepause. Meine Damen und Herren, gleich zurück, bleiben Sie dran.